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Gewürzen werden in der ayurvedischen Gesundheitslehre große Bedeutung beigemessen. Sie können je nach ihrer Eigenschaft unsere Bioenergien (Vata, Pitta, Kapha) ausgleichen und Hitze, aber auch Kälte in unserem Körper erzeugen. In der kalten Jahreszeit ist es daher angebracht erwärmende Gewürze verstärkt zu verwenden:
VANILLE (Fructus vanillae)
Exotischen Orchideen wird die wertvolle Vanilleschote entnommen. Vanille wird deshalb auch gerne "die Königin der Gewürze" genannt. Vanilleschoten waren schon immer ein begehrtes Gewürz und dienten in der Antike als Zahlungsmittel.
Mexico wurde von Madagaskar als wichtigstes Anbaugebiet abgelöst.
Bei der Zubereitung von jeglichen Süßspeisen darf Vanille nicht fehlen. Die Schote wird dabei mit einem spitzen Messer vorsichtig der Länge nach aufgeritzt und das Mark ausgeschabt.
Selbst die übrige Schote kann noch gute Dienste leisten, indem man sie in ein Glas mit Zucker steckt und dieses für einige Zeit stehen lässt (Vanillezucker).
Küche: Kuchen, Pudding, Strudel, Kakao, Mehlspeisen
Duftlampe : nervenstärkend, hebt die Stimmung
KARDAMOM (Elettaria cardamomum)
Kardamom wirkt auf die Verdauung beruhigend. Im Ayurveda wird Kardamom zudem eine Neutralisation der schleimbildenden Wirkung von Kuhmilch zugeschrieben. Das Herz wird gestärkt, die schädlichen Effekte des Koffeins verringert . Kaffeetrinker verfeinert ihr Getränk daher gerne mit einer Prise Kardamom.
Gegen Sodbrennen, Blähungen kann Kardamom ebenfalls sehr wirksam sein. Außerdem werden sowohl Appetit, als auch die Verdauung angeregt.
In Indien wird Kardamom gerne gekaut, damit die Zähne wieder schön weiß werden.
Küche: Glühweingewürz, Liköre, Mehlspeisen, Lebkuchen, Spekulatius,Fleisch- und Gemüsegerichte
Duftlampe: süßer, würziger Duft, der das Nervensystem und Selbstbewußtsein stärkt. Desinfizierend; gegen Kopfschmerzen
Ayurveda: Vata (V), Kapha (K) werden gesenkt und Pitta (P) angehoben (erwärmende Wirkung)
GEWÜRZNELKE (Syzygium jambolana)
Der Gewürznelkenbaum gehört zu den Myrtengewächsen und erreicht die beachtliche Höhe von ca. 20m. Pro Baum werden im Durchschnitt 3kg Nelken geerntet. Neben der Verwendung in der Küche kann die Gewürznelke auf Grund ihrer desinfizierenden und entzündungshemmenden Wirkung auch bei Zahnschmerzen, entzündetem Zahnfleisch und Rachenraumbeschwerden sehr dienlich sein. Dazu werden ein paar Nelken im Mund zerkaut.
Küche: Glühwein, Mehlspeisen, Lebkuchen, Rumtopf, Kompott, Rotkraut, Wildbeize, Reis
Duftlampe: Bei psychischer Blockade, streßbedingter Überforderung, desinfiziert die Raumluft
Ayurveda: reinigt die Lymphe, erhöht den Blutdruck. V, K werden gesenkt, P erhöht
Wegen der geburtsfördernden Wirkung sollten Gewürznelken während der Schwangerschaft nicht zu sich geommen werden!
ZIMT (Cinnamomum verum)
Nachdem die außenliegende grobe Rinde entfernt wurde, findet die innere Rinde von jungen Trieben des Zimtbaumes Verwendung.
Zimt ist ein Lorbeergewächs.
Tipp: Greifen Sie beim Zimtkauf zum echten Ceylon Zimt, der zwar teurer aber dafür hochwertiger ist. Auch beim Gewürzkauf gilt "Qualität hat ihren Preis".
Zimt fördert die Verdauung, regt die Durchblutung an, wirkt entzündungshemmend, blutreinigend, antibakteriell, blutdrucksenkend.
Bei der Teezubereitung das Teewasser nicht kochen lassen, sondern die Zimtrinde in heißem Wasser - damit sich das Zimtöl durch den Wasserdampf nicht verflüchtigt - zugedeckt ziehen lassen!
Küche: Kompott, Milchspeisen, Süßspeisen, Punsch, Apfelstrudel, ayurvedische Speisen
Duftlampe: antibakteriell, harmonisierend
Ayurveda: V, K werden gesenkt, P erhöht. In ayurvedischen Massageölen wird Zimt wegen seiner anregenden Wirkung auf den Kreislauf und die Durchblutung gerne hinzugefügt.
Zudem hilft Zimt auch gegen verspannte Muskulatur, Rheuma, Allergien, Asthma.
Der Leberstoffwechsel wird angeregt, die Nieren (=unser Energiespeicher) erwärmt.
Regt die Drüsen an.
Der Blutzucker wird gesenkt; Vorsicht ist daher bei Diabetikern geboten.
Regelmäßig den Insulingehalt im Blut überprüfen!
MUSKATNUSS (Myristica fragrans)
Der Muskatnussbaum liefert ebenso wie der Gewürznelkenbaum frühestens nach 15 Jahren Erträge. Dafür kann er bis zu 100 Jahre alt werden. In der ayurvedischen Gesundheitslehre zählt die Muskatnuss zu den nervenstärkenden Gewürzen. Die Muskatnuss wird immer im Ganzen gekauft und nach Bedarf frisch gerieben, da sie sehr rasch ihr würziges Aroma verliert.
Küche: Eintöpfe, Kartoffelpüree, Suppen, Mehlspeisen, Saucen, Gemüsegerichte,
Füllungen für Fleisch- und Geflügelgerichte, Punsch, Kompott, Ragout
Duftlampe: nervenstärkend, stabilisiert das psychische Gleichgewicht, verhilft zu neuer Energie, gegen Kopfschmerz, herzstärkend
Ayurveda: Bei ayurvedischen Massagen wird sie besonders bei Muskel- und Gelenkschmerzen, Verspannungen, Rheuma und Magen/Darmproblemen dem Massageöl hinzugefügt.
Mit Sesamöl gemischt hat die Muskatnuss eine durchblutungsfördernde, schmerzlindernde, erwärmende und krampflösende Wirkung.
Muskatnuss sollte während der Schwangerschaft nicht verwendet werden. Auch sonst muss auf sparsamen Gebrauch geachtet werden.
KORIANDER (Coriandrum sativum)
Schon Hippokrates vertraute auf die medizinische Wirkung von Koriander.
Während der Samen über einen leicht süßlichen, etwas nussigen Geschmack verfügt, schmecken die grünen Korianderblätter
leicht zitronig. Der Samen wird am besten vor der Verwendung gemörsert. So kommt das Aroma voll zur Geltung.
Küche: Fisch/Fleisch/Gemüsegerichte, Suppen, Saucen, Mehlspeisen, Marinaden, Aufstriche
Duftlampe: Gegen Kopfschmerz und Grippeerkrankung, förderlich für das Denkvermögen
Ayurveda: Den Massageölen verleiht Koriander einen blumigen Duft und wird gerne bei Muskel- und Gelenkbeschwerden verwendet.
Bei der Bauchmassage hat ein mit Koriander versetztes Massageöl eine verdauungsfördernde und magenstärkende Wirkung.
Außerdem wird dieses Gewürz gegen Allergien und Hautausschläge empfohlen. Auf V und P wirkt es neutral, Kapha wird gesenkt
ANIS (Pimpinella anisum)
Anis gehört zu den ältesten Heilkräutern. Seinen charakteristischen Geruch verdankt es dem ätherischen Öl "Anethol". Es wirkt auf unseren Organismus krampf- und schleimlösend; antibakteriell. Anis weckt in manchem von uns das Fernweh und die Sehnsucht nach Griechenland. Erinnert es uns doch so sehr an das griechische Nationalgetränk, den Ouzo.
Es muss jedoch nicht unbedingt Ouzo sein ;-) , Anistee hilft bei Husten und Blasenproblemen. Ein Anissitzbad kann Hämorrhoidenbeschwerden lindern.
Küche: Gebäck, Likör, Kürbis, Gemüsegerichte
Duftlampe: Gegen Angst und Panikattacken, depressiver Verstimmung. Sorgt für angenehmen Schlaf!
Ayurveda: V, K werden verringert, P erhöht. Schützt vor Blähungen und regt die Verdauung an.
INGWER (Zinigber officinale)
Im Ayurveda ist Ingwer nicht wegzudenken. Nach jeder ayurvedischen Massage wird das Trinken von Ingwertee (ayurvedisches Heilwasser) empfohlen. Es verbrennt Giftstoffe und leitet sie aus. Der Cholesterinspiegel wird gesenkt. Ingwer stärkt das Herz und unser Immunsystem. Er wirkt antibakteriell und blähungshemmend. Bei Übelkeit unterstützt Ingwer den Magen- Darmtrakt.
Küche: Suppen, Gemüse- und Eintopfgerichte, Punsch, Glühwein, Wildbeize, Kompott
Duftlampe: vitalisierend, entspannend, stabilisiert das Nervensystem, gegen Migräne
Ayurveda: hebt V und P; senkt K. Bei Infekten der oberen Luftwege Ingwertee inhalieren. Löst den Schleim und erzielt eine auswurffördernde Wirkung.
Gewürze können vorbeugend und bei geringen Beschwerden ihre Wirkung unter Beweis stellen. Bei lang anhaltenden und schwer wiegenden Gesundheitsproblemen wenden Sie sich bitte unbedingt an Ihren Hausarzt!
Leisten Sie durch täglich frisch gekochte Speisen - verfeinert mit aromatischen Kräutern - einen großen Beitrag zu Ihrer Gesundheit und kommen Sie fit und voller Lebensfreude durch die kalte Jahreszeit!
  
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